Europäischer Depressionstag

17. Europäischer Depressionstag am 4. Oktober 2020: "Depression in the real and virtual world" Neue Terminierung ab 2020: erster Sonntag im Oktober

Die European Depression Association (EDA) ist eine Allianz aus Experten und Erfahrenen sowie medizinischen Fachkräften und Organisationen aus 17 europäischen Ländern. Seit 2004 setzen sich ihre Mitglieder dafür ein, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Volkskrankheit Depression zu stärken – und das europaweit.

Durch unterschiedliche Veranstaltungen, Pressekonferenzen und Pressemappen sowie Kooperation mit anderen Institutionen findet seit 2004 jährlich der „European Depression Day (EDD)“ statt. Bis 2019 war der Europäische Depressionstag auf den 1. Oktober terminiert, ab 2020 wird der Europäische Depressionstag auf den ersten Sonntag im Oktober verlegt.

17. Europäischer Depressionstag – COVID-19: Anstieg der Zahlen depressiv erkrankter Menschen erwartet

Auf der ganzen Welt stellen viele Wissenschaftler und Mediziner das Corona-Virus (Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus type 2, SARS-CoV-2) in den Fokus ihrer täglichen Arbeit. Sie arbeiten daran, Infektionen mit dem Corona-Virus zu analysieren, Risikogruppen zu definieren, wirksame Medikamente für Menschen zu entwickeln, die an COVID-19 (abgekürzt aus dem Englischen: Corona Virus Disease 2019) erkrankt sind und einen Impfstoff zu finden. Experten der verschiedenen medizinischen Fachrichtungen geben Empfehlungen zur Patienten-Versorgung. Auch in der Psychiatrie und in der Psychotherapie stellt man sich den neuen Herausforderungen.

“Die Corona-Virus-Pandemie hat sich in den vergangenen Monaten negativ auf die bereits schwierige Situation depressiv Erkrankter ausgewirkt. Nicht nur die Angst vor einer Infektion, sondern auch die wirtschaftlichen und psychosozialen Belastungen wie Einsamkeit nehmen zu. Vor diesem Hintergrund werden in den nächsten zwei Jahren steigende Zahlen depressiv erkrankter Menschen erwartet“, erläutert Prof. Dr. Detlef E. Dietrich, Ärztlicher Direktor der Burghof-Klinik in Rinteln und Vertreter der European Depression Association (EDA) in Deutschland, anlässlich des 17. Europäischen Depressionstages am 4. Oktober 2020, und er ergänzt: „Jeder Einzelne und die Gesellschaft können dazu beitragen, weitere Infektionen zu vermeiden, indem alle allgemeinen Empfehlungen und Richtlinien der lokalen Behörden bezüglich Prävention, Diagnose und Behandlung von COVID-19 eingehalten werden. Wichtig bleibt jedoch auch, dass soziale Kontakte gepflegt und andere bedürftige Mitmenschen unterstützt werden. Durch eine gesunde Ernährung und viel Bewegung im Freien kann das Immunsystem gestärkt werden – und so kann ein zusätzlicher Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus aufgebaut werden.“

Im Falle einer depressiven Erkrankung wenden sich Betroffene an die Hausärztin oder den Hausarzt, an PsychiaterInnen, PsychologenInnen, die Sozialpsychiatrischen Dienste oder Telefonseelsorge oder regional zuständige Kliniken mit ihren Institutsambulanzen.

Bislang haben in Deutschland während der Corona-Virus-Pandemie alle Akteure im Gesundheitssystem angepasst und flexibel auf das jeweilige Infektionsgeschehen reagiert. Dadurch konnte Deutschland – auch im internationalen Vergleich – die Pandemie bislang relativ gut bewältigen. Es zeichnet sich ab, dass es weiterhin nachhaltige Einschränkungen des sozialen Lebens, deren negative psychosoziale Folgen bereits jetzt schon erkennbar sind, geben wird. Deswegen ist es erforderlich, dass die Infektionsschutz-Richtlinien durch geeignete Maßnahmen ergänzt werden, die den Schutz der psychischen Gesundheit umfassen.

Die gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (DGPPN) anlässlich des 17. Europäischen Depressionstages am 4. Oktober 2020 herausgegebene Pressemitteilung finden Sie unter Presse.

Weitere Informationen und Pressemitteilungen zu vorangegangenen EDDs unter Presse.

Depression: Verborgene Volkskrankheit

Depressive Erkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. In Europa sind etwa 50 Millionen Menschen mindestens einmal in ihrem Leben von einer Depression oder depressiven Phase betroffen (elf Prozent der Bevölkerung). Knapp vier Millionen Deutsche sind aktuell an Depressionen erkrankt. Trotzdem wird diese Form der Erkrankung weiterhin stark unterschätzt: Lediglich ein Drittel der in Deutschland Erkrankten – so Expertenschätzungen – erhält professionelle Hilfe. Dies liegt vor allem an Unwissen, Vorurteilen und dem immer noch vorherrschenden Stigma psychischer Erkrankungen. Die EDA hat sich zum Ziel gesetzt, dies zu ändern.

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Fotos von der Pressekonferenz 2018 in Berlin zum 15. Europäischen Depressionstag

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